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Parodontologie
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Parodontologie 25 (2014), Nr. 3     15. Sep. 2014
Parodontologie 25 (2014), Nr. 3  (15.09.2014)

Seite 297-313


Pathogenese oraler Karzinome
Gröger, Sabine / Meyle, Jörg
Plattenepithelkarzinome gehören zu den häufigsten humanen Malignomen. Einiges an Wissen über die Pathogenese konnte über die häufig vorkommenden Vorläuferläsionen gewonnen werden. Der Begriff Feldkanzerisierung beschreibt die starke Neigung oraler Plattenepithelkarzinome zu lokalen Rezidiven nach Resektion und die Entwicklung multipler Sekundärtumore und kann mittlerweile auf molekularer Ebene erklärt werden. Als Hauptrisikofaktoren für orale Plattenepithelkarzinome gelten nach wie vor Tabakrauchen und Alkoholkonsum. Chronische Infektionen stehen ebenfalls mit dem Risiko für die Entwicklung eines Karzinoms im Zusammenhang. Inflammatorische Produkte akkumulieren in der Umgebung von chronisch infizierten Geweben und sind bei Persistenz fähig, Zellproliferation über Aktivierung von Onkogenen bzw. Deaktivierung von Tumorsuppressorgenen zu induzieren, was zu genetischer Instabilität mit erhöhtem Tumorrisiko führt. Der Prozess einer Dysregulation der Zellproliferation bis hin zur Malignität ist das Resultat einer Ansammlung von genetischen und epigenetischen Veränderungen, die an der Regulation karzinomassoziierter Signalwege beteiligt sind. Tumorstammzellen können eine wichtige Rolle bei der Tumorinitiierung, Proliferation in Sekundärtumore, Veränderung der Mikroumgebung, Umgehung der Apoptose und Zellalterung spielen. Das Wachstum und die Ausbreitung von Tumoren wird durch Tumorstammzellen, die zur Langzeit-Selbsterneuerung und Ausbildung phänotypisch unterschiedlicher Tumorzellarten fähig sind, angetrieben. Die Epithelial-mesenchymale Transition (EMT) beschreibt die Entwicklung von beweglichen aus nichtbeweglichen Zellen epithelialen Ursprungs. Sie spielt bei der Invasion und Metastasierung von Kopf-Hals-Karzinomen eine wichtige Rolle. Veränderungen verschiedener Proteine wie Zelloberflächenproteine, zytoskelettale Bestandteile, extrazelluläre Matrixproteine und Transkriptionsfaktoren charakterisieren die EMT. Schmelzmatrixprotein (SMP) wird seit Längerem erfolgreich klinisch zur Förderung der parodontalen Regeneration eingesetzt. Die Effekte von SMP auf maligne Zelllinien sind bisher nur wenig untersucht. Trotz proliferationshemmender Wirkungen auf maligne Zellen verstärkt SMP eine Reihe anderer Zellfunktionen. Es bleibt weiterhin zu untersuchen, ob SMP möglicherweise karzinomassoziierte Faktoren fördert. Zusammengefasst sind orale Plattenepithelkarzinome das Produkt multipler molekularer und genetischer Faktoren.

Schlagwörter: Karzinogenese, orale Plattenepithelkarzinome, Risikofaktoren, genetische und molekulare Veränderungen, Epithelial-mesenchymale Transition
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